DARMSTADT- Rechenschieber

 

Vortrag von Dr. Günter Kugel im HNF in Paderborn beim RST VI am 21.4.01

festgehalten von Dr. Klaus Kühn im RS-Brief 1-2002


1. Allgemeines

System DARMSTADT, Skalensystem gemäß Entwicklung am IPM unter Leitung von Prof. Dr. Walther, TH Darmstadt um 1934/35
kein DRP erteilt !
Sin-, Tangens-Skala: centesimale Teilung statt hexagesimal (wie bei RIETZ-Typ)


 

1.1 Charakteristika


1.2 Literatur

    1.2.1 Kugel, G.: FABER-CASTELL Rechenstäbe, Syst. Darmstadt; HBW Nr 47 (S. 25-30) und Nr 48 (S. 27-30)
    1.2.2 Dennert, H.: Dennert&Pape and ARISTO Slide Rules 1872 - 1978; JOS Vol 6, No 1 (S. 4-14) 1997
    1.2.3 von Jezierski, D.: Rechenschieber - eine Dokumentation, Eigenverlag, Stein 1997 ISBN 3-00-001503-5
    1.2.4 van Herwijnen, H.. Hopp, P: Slide Rule Catalogue, Eigenverlag 1997
    1.2.5 A. Nestler AG: Jubiläumskatalog 1878/1938, Lahr i. Baden, 1938
 
 

2. Produktionsperiode 1935 - 1940 (nur deutsche Produkte)
 

2.1 Faber-Castell

2.2 Nestler 2.3 Dennert&Pape/ Aristo-Werke 3. Ausländische Produktionen - mit Holzkern (frühe Phase nach dem 2. Weltkrieg)

3.1 Gamma (H)

Typ "BUDAPEST" :

LOSZTÀLYU (H), Nachfolger von GAMMA hat den gleichen RS,
Syst. DARMSATDT, unter der Modellbezeichnung "LOGAR" vermarktet

3.2 Unique (GB)

Typ "BRIGHTON"

3.3 Hemmi <SUN> (J)

No 130

Nachfolgemodell No 130 W


3.4 DIWA (DK)

No 351 "DARMSTADT"

Vorläufer No 141 DARMSTADT analog Original-System
 
 

4. Metall - nach dem 2. Weltkrieg
 

4.1 Damien (F)

Maurice Damien No 16 (ohne Bezeichnung "Darmstadt")

eventuell gab es in Frankreich schon vor 1945 RS "DARMSTADT - F" aus Alu eines unbekannten Herstellers (ALPHA ?)
 
 

4.2 Reiss (D/DDR)

Duplex ohne Skalenerweiterung

4.3 Ecobra (D/BRD)

Nr 1611 "Darmstadt spezial"


5. Kunststoff - nach dem 2. Weltkrieg
 

Nach dem 2. Weltkrieg nahm D&P nach Überwindung von Materialengpässen (ASTRALON) die Produktion von RS # 967 Darmstadt D wieder auf und festigte weiterhin die Position des Marktführers von RS aus Kunststoff nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und darüber hinaus.

# 967 U ARISTO-DARMSTADT (25 cm Modul; L-Skala -> Zungenrücken ab 1950, Läufer ohne Indikator auf der senkrechten Leiste!); ferner in mehreren Schritten: PUMA-Boden (transparent) BI-Skala sowie ST-Skala. Die klassische Skalensequenz des Syst. Darmstadt - D;P;S - bleibt erhalten.

D&P stellt ab 1950 zusätzlich Rechenstäbe aus ARISTOPAL her mit:

Der Rechenstab # 867 U/400g - ab 1953 - war der einzige ARISTO RS,

Syst. Darmstadt, mit 400er Teilung.

Aus der großen Menge von Kunststoff-RS, welche im wesentlichen die Merkmale des Syst. Darmstadt aufweisen, werden im folgenden mit dem Mut zur Lücke einige Modelle betrachtet, um die Variantenbreite im Zusammenspiel von Skalensequenz und Stabkonstruktion ahnen zu lassen. Produktionsbedingt waren solche Veränderungen leichter, kostengünstiger - auch in kleineren Serien - bei der Herstellung von RS aus Kunststoff zu realisieren.
 

5.1 Norden (S)

"SYSTEM DARMSTADT" Norden - made in Sweden -


5.2 Logarex (CSSR)

1. Modell # 4542-27403 ohne weitere Bezeichnung

= LL1;LL2;LL3 = 2. Modell # 27403 - X DARMSTADT 5.3 Ecobra (D/BRD)

# R 143, Darmstadt Spezial


5.4 Jakar (J)

# 22 Darmstadt


5.5 Graphoplex (F)

# 641 ohne Bezeichnung "Darmstadt"

5.6 Fedra (D/BRD)

# Darmstadt 68

dieses RS-Modell anscheinend von FUJI (J) für Fedra als Händler hergestellt
 

5.7 Aristo (D/BRD)

TRILOG # 0908, ab 1960 auf dem internationalen Markt

5.8 Wolters-Noordhoff (NL)

# 1200 01 Darmstadt Special, Niederländisch

baugleich mit FUJI # 1200 01 Darmstadt Special - made in Japan -

5.9 Reiss (D/DDR)

# 3214 DARMSTADT Record - made in Germany -


6. Diskussion
 

a. Welche Rechenschieber (RS) gelten als Typ Darmstadt?

b. Gilt ein RS ohne P-Skala (Wurzel(1-X² )), aber im übrigen mindestens mit den Skalen der Darmstadt-Familie als RS System Darmstadt ? c. Gilt ein RS ohne L-Skala (Mantissen) aber im übrigen mindestens mit den Skalen der Darmstadt-Familie als RS System Darmstadt ? d. Ein RS mindestens mit Skalensequenzen des Syst. Darmstadt, aber mit S,T-Skalen hexagesimal geteilt, statt centesimal, wird noch dem System Darmstadt zugeordnet ! Beispiele: (bei späteren Modellen # 640 sind S,T centesimal geteilt,
Skalensequenz: L;P;A = B;K;CI;C = D;LL3;LL2;LL1        = SRT;S;T;C = Korpusrücken mit Ablesefenster);